Rundreise durch Albanien: Wilde Natur im Norden, Karibikflair im Süden

Küste am Ionischen Meer bei Himara in Albanien © lukaszimilena/ stock.adobe.com

Den Balkan und das Mittelmeer in seiner Ursprünglichkeit erleben, unberührte Strände, atemberaubende alpine und mediterrane Berglandschaften, reiche Geschichte zwischen Ost und West und eine Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht? Albanien bietet all dies und mehr. Eine Rundreise durch das bis in die achtziger Jahre abgeschottete Land verspricht ein einzigartiges Abenteuer und lässt sich je nach Budget, Zeit und Laune von wenigen Tagen bis zu drei Wochen ausdehnen.

Beste Reiseroute durch Albanien

Rundreise Route durch Albanien, Nordroute und Südroute
Rundreise durch Albanien – Landkarte mit Route © Michael Schmeling/imageBROKER/ stock.adobe.com

Ein Roadtrip ist die beste Möglichkeit, um die Schönheit Albaniens in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben – von osmanischer Architektur über wildparadiesische Naturparks und hippe Szeneviertel in Tirana bis hin zu karibischem Flair an der albanischen Riviera in Himarë und Dhermi. Warum für ein einziges Ziel entscheiden, wenn man alle haben kann?

Wir haben eine zweigeteilte Route zusammengestellt, die zuerst den wilden, farbenfrohen und ursprünglicheren Norden besucht und für Wanderfreunde, Kulturinteressierte und Naturliebhaber geeignet ist. Der zweite Teil führt in den mediterranen Süden und bietet nicht nur Badenixen und Wassersportlern die volle Qual der Wahl, sondern wartet auch mit antiken Stätten und geballter Kultur zwischen Ost und West auf.

Die Kilometerangaben und Dauer in Stunden beziehen sich auf den jeweiligen Streckenabschnitt, die Tagesangaben für die Zeit, die man (mindestens) vor Ort einplanen sollte.

Tirana und Nordalbanien

Tirana (Startpunkt) – 2 Tage

Skanderbeg Platz Tirana, Albanien bei Nacht, erleuchtet
Der Skanderbeg Platz in Tirana – viel Platz und Grün © bardhok/ stock.adobe.com

Die pulsierende Hauptstadt Albaniens ist der Ausgangspunkt unserer Rundreise durch Albanien und logische Wahl für alle, die mit dem Flugzeug anreisen. Es lohnt sich, ein bis zwei Tage einzuplanen, um sich zu aklimatisieren und einen ersten Eindruck von Land und Leuten zu bekommen. Natürlich lässt sich die Erkundung Tiranas auch ans Ende der Reise legen!

Der weitläufige Skanderbeg-Platz (alban. Sheshi Skënderbej), ein Besuch im schrägen und beklemmenden Bunk’Art-Museum (es gibt zwei davon!) und das Erkunden des Szeneviertels Blloku bieten schon mal erste Anlaufpunkte, um Sehenswürdigkeiten zu erobern und das Land kennenzulernen. Unsere Highlights: Die Seilbahn auf den Dajti-Berg nehmen für einen fantastischen Blick über die in sanfte waldige Hügel gebettete Stadt oder ein entspanntes Picknick im Stadtpark Parku I Madh machen. Auch das Viertel Pazari i Ri mit seinen bunten Märkten und typischen Restaurants sollte nicht ausgelassen werden. Wer sich für die Geschichte des Landes interessiert, kann das Nationalmuseum Albaniens besuchen.

Weiter geht es nach Shkodra.

Tirana → Shkodra (99 km, ca. 2 Stunden) – 1 Tag

Highlight unterwegs: Kruja (35 km Umweg) – Die historische Stadt Kruja (alban. Krujë) mit ihrer Festung, dem Skanderbeg-Museum und dem traditionellen Basar ist den Umweg von einer Dreiviertelstunde (insgesamt) auf jeden Fall wert. Hier im bergigen Hinterland bekommt man einen Eindruck von landestypischer Architektur und dem ursprünglicheren Leben.

Orthodoxe Kirche in Shkodra, Albanien, bunts Fenster und Dächer bei Sonne
Farbenfrohe orthodoxe Kirche in Shkodra – der Norden Albaniens ist ursprünglich und bunt © russieseo/ stock.adobe.com

Die Stadt Shkodra (alban. Shkodër) am gleichnamigen See ist das kulturelle Zentrum des Nordens und Tor zu den Albanischen Alpen. Die Rozafa-Festung thront majestätisch über der Stadt und blickt auf den See hinunter, auf dem man auch wunderbar eine Bootstour machen kann. Die Stadt selbst ist ein Schmelztiegel von Kulturen mit wunderschöner italienisch beeinflusster Architektur. Ein Besuch in der historischen Marubi-Fotobibliothek zeigt beeindruckende Bilder aus Albaniens Vergangenheit. Es ist aber auch einfach schön, in einem der Cafés an der Promenade einen Espresso genießen und das mediterrane Flair auf sich wirken lassen.

Alternativer Abzweig: Shkodra → Theth (76 km, ca. 3 Stunden) – 2 Tage

Wenn man etwas Zeit und Lust auf Natur und traumhafte Bergkulisse hat, lohnt sich der Umweg über das Bergdorf Theth. Ansonsten fährt man von Shkodra gleich weiter nach Valbona.

Highlight unterwegs: Die Mesi-Brücke (10 km Umweg), eine osmanische Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert, die malerisch über den Kir-Fluss führt.

Eine kurvenreiche, aber landschaftlich wunderschöne Straße (Achtung, nur Schotter!) führt fast an der Nordgrenze Albaniens gelegene Bergdorf Theth. Hier warten Natur pur und einige der schönsten Wanderwege Albaniens, darunter die Wanderung zum „Blauen Auge“ (alban. Syri i Kaltër), einer türkisblauen, in einem Naturschutzgebiet mit Eichenhainen gelegenen Quelle. Das Dorf selbst ist ein idealer Ort, um den hektischen Alltag hinter sich zu lassen. Die Steinhäuser mit Schindeldächern, die idyllischen Wasserfälle und die imposanten Berggipfel wie der Jezerca (2.694 m) sorgen für ruhige und alpine Atmosphäre. Geheimtipp: In einem traditionellen Gästehaus übernachten und sich von der Gastfreundschaft der Einheimischen verwöhnen lassen.

Shkodra → Valbona (Fahrt über Bajram Curri, 185 km, ca. 4,5 Stunden) – 2 Tage

Highlight unterwegs: Komani-See (per Fähre, ab Koman) – Wer ein bisschen Zeit mitbringt, sollte einen Gutteil der Strecke per Fähre über den Komani-See zurücklegen. Die atemberaubende Bootsfahrt durch eine fjordähnliche Landschaft, die oft als eine der schönsten in Europa bezeichnet wird, wird man nicht vergessen! Abfahrt in den Sommermonaten ab Koman bis Fierzë mit der Komani Lake Ferry.

Fluss und Brücke im Valbona-Tal, Albanien
Das Valbona-Tal und der gleichnamige Pass im Norden Albaniens warten mit wunderschönen Naturerlebnissen auf © unai/ stock.adobe.com

Die Gegend um Valbona ist eine traumhafte Alpenregion mit spektakulären Gipfeln. Unbedingt den Valbona-Pass erwandern, der beeindruckende Panoramen bietet. Das Tal ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber und bietet zahlreiche Wanderwege durch unberührte Wälder und vorbei an klaren Gebirgsflüssen. Geheimtipp: Eine Wanderung zum Blauen Auge von Kukaj, das weniger überlaufen, aber genauso beeindruckend ist als sein gleichnamiger Bruder in Theth. Wer es entspannter mag, kann in einer der traditionellen Holzhütten entspannen und lokale Spezialitäten probieren.

Für die Wanderprofis gibt es die Möglichkeit, die lange Fahrt von Theth über Shkodra bis nach Valbona auszulassen und statt dessen eine 1-2-tägige Wanderung über den Valbona-Pass (1.800 m) direkt von Theth nach Valbona zu unternehmen (die per Luftlinie gerade mal rund 10 km auseinander liegen). Allerdings müssen dann ein Autotransfer oder die Nutzung öffentlicher Verkehrmittel organisiert oder der Rückweg noch einmal erwandert werden.

Valbona → Tirana (Rückfahrt zum Flughafen, über die Autobahn, 263 km, ca. 4,5 Stunden)

Vom Norden in den Süden: Von Berat bis Dhërmi

Nachdem man den bergigen Norden und das urbane Zentrum Albaniens erkundet hat, wird es Zeit für mediterranere Gefilde, die albanische Riviera und osmanisch geprägte Bauweise. Mit weniger Zeit kann man natürlich für seine Rundreise auch nur eine der beiden Teilstrecken (Nord oder Süd) wählen.

Valbona → Berat (360 km, ca. 6 Stunden) – 1-2 Tage

Altstadt von Berat, Albanien, Sonnenuntergang über Fluss, Altstadt und Brücke
Ursprünglicher Charme und Sonnenuntergang über der Altstadt von Berat © Andrew Mayovskyy/ stock.adobe.com

Berat, die „Stadt der tausend Fenster“, liegt am Fluss Oman, ist UNESCO-Weltkulturerbestätte und lohnt vor allem wegen ihrer osmanischen Architektur. In den engen Gassen des Altstadtviertels Gorica mit den typischen weißen Häusern lässt sich das authentische albanische Leben erleben, hier sind Neubauten aus denkmaltechnischen Gründen sogar verboten. Der Sonnenuntergang von der Burg Berat ist sehenswert, weiterhin das Onufri-Museum für Ikonenmalereien. Die Umgebung bietet zahlreiche Aktivitäten rund um den Fluss Oman, so kann man Kajaktouren machen, den Bogove-Wasserfall oder die malerischen, mit türkisblauem Wasser gefüllten Schluchten (mit Guide!) erkunden. Abends lässt es sich hervorragend in einem der familiengeführten Restaurants hausgemachte Speisen probieren, mit dem Besitzer palavern und dazu einen lokalen Wein genießen.

Berat → Gjirokastra (157 km, ca. 2,5 Stunden) – 1 Tag

Highlight unterwegs: Osum-Schlucht (1,5 Stunden Umweg, 20 km weniger) – Eine spektakuläre Schlucht mit bis zu 80 Meter hohen Felswänden, perfekt für ein kleines Abenteuer. Wählt man den Umweg, fährt man am besten direkt über die östliche Route weiter nach Gjirokastra.

Festung von Gjirokaster, Albanien, Ruinen aus der Luft
Die beeindruckenden Ruinen der Festung von Gjirokastra aus der Luft © JackF/ stock.adobe.com

Gjirokastra, die „Stadt aus Stein“, (alban. Gjirokastër) ein weiteres UNESCO-Welterbe, ist mit ihren steinernen, kleinen Burgen ähnelnden Häusern und engen Gassen sowie zahlreichen osmanischen Moscheen und christlich-orthodoxer Kirchen ein historisches Kleinod, welches allerdings vom Tourismus abhängig ist, um nicht zu verfallen. Ein Besuch der Burg von Gjirokastra, den darunter liegenden Bunker und ein Abstecher ins authentische Bürgerhaus Skenduli lohnen sich. Die Stadt hat eine bewegte Geschichte und ist als Geburtsort des ehemaligen Diktators Enver Hoxha bekannt. Ein gemütlicher Tagesausklang: Eine Tasse traditionellen albanischen Kräutertee in einem der kleinen Teehäuser genießen und die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken lassen.

Gjirokastra → Himara & Dhërmi (120 km, über Saranda, ca. 2,5 Stunden) – 2 Tage

Highlight unterwegs: Butrint (35 km Umweg) – archäologischer Nationalpark Butrint am gleichnamigen See, antike Ruinenstadt mit UNESCO-Welterbe-Status. Direkt daneben liegt der türkisblaue Pulebardha Beach, der im Vergleich zu Ksamil in allen Belangen besser abschneidet, weswegen wir die Touristenhochburg auf unserer Rundreise auslassen.

Blick auf das Mittelmeer, bei Porto Palermo, Albanien
Die Ruine Porto Palermo an der mediterranen Küste bei Himara © lukaszimilena/ stock.adobe.com

Wir kommen am entspanntesten Punkt unserer Rundreise durch Albanien an: Die am türkisblauen Mittelmeer gelegenen Badeorte Himara (alban. Himarë) und Dhërmi und die dazwischen liegenden Strände haben echtes Karibikfeeling! Weißer Sand in kleinen Buchten, klarstes hellblaues Wasser mit angenehmen Bade-Temperaturen und leise säuselnde Palmen – was will man mehr nach all den vielseitigen Eindrücken der letzten Tage!? Besonders schöne Strände sind Livadhi Beach im etwas beschaulicheren Himara und Jale Beach sowie Gjipe Beach, ein abgelegener Traumstrand, nur per Boot oder Wanderung erreichbar. Tipp: Früh oder in der Nebensaison kommen, es spricht sich langsam herum, wie schön es hier ist!

Wer nicht nur untätig am Strand liegen möchte, kann eine der zahlreichen Touren buchen, die meist sportlicher (Stand Up Paddling, Segeln, Kanufahren) oder kulinarischer Natur (Muscheltouren, Kochkurse) oder eine Kombination aus beidem (Katamarantour mit Fischessen o.ä.) sind. Auch auf eigene Faust lassen sich die Wanderwege durch die bergige Riviera und traumhaftem Blick auf das Ionische Meer gut machen, so z.B. zu den Festungen von Himarë oder Porto Palermo auf der gleichnamigen Halbinsel.

Dhermi → Apollonia (85 km, ca. 2 Stunden) – 1 Tag

Highlight unterwegs: Haxhi-Ali-Höhle (kein Umweg, 1/2 Tag für die Bootsfahrt) – Eine Bootsfahrt von Vlora zur Haxhi-Ali-Höhle und zur Karaburun-Halbinsel ist ein sehr empfehlenswerter maritimer Zwischenstopp – hier fährt man mit dem Boot in einen hoch aufragenden Felsausschnitt und durch eine spektakuläre Höhlenlandschaft.

Noch ein Highlight unterwegs: Llogara-Pass (13 km Umweg) – Eine der schönsten Panoramastraßen Albaniens mit spektakulären Ausblicken auf die Küste. Für Abenteurer: Paragliding über die Küstenlinie oder eine Wanderung im Llogara-Nationalpark. Die Straßen sind serpentinenreich und bieten tolle Fotospots.

Tempelruinen von Apollonia, Albanien
Die Tempelruinen von Apollonia © lic0001/ stock.adobe.com

Apollonia (alban. Apoloni/a) war eine der bedeutendsten Städte des antiken Illyriens und ein wichtiges Zentrum der griechischen und römischen Kultur. Der gut und sauber angelegte archäologische Park Apollonia mit der griechisch-römischen Ruinenstadt und zahlreichen Ausgrabungsfunde im Museum im ehemaligen byzantinischen Kloster Pojan sind demnach absolut einen mehrstündigen Besuch wert. Es gibt zahlreiche gut erhaltene Säulen, ein Odeon, eine alte Bibliothek und ein Amphitheater. Zudem liegt Apollonia in einer malerischen Hügellandschaft, die sich hervorragend für einen entspannten Spaziergang eignet oder sich vom etwas versteckt auf dem Areal gelegenen Café gemütlich bestaunen lässt.
Nach dem Besuch kann man in Pojan oder im ca. 8 km entfernten Fier in einfachen Gästehäusern übernachten, oder man fährt am gleichen Tag weiter nach Tirana.

Apollonia → Tirana (120 km, ca. 2 Stunden) – 1 Tag

Zurück in Tirana bleibt Zeit, letzte Eindrücke zu sammeln. Eine Fahrt auf den Dajti-Berg mit der Seilbahn oder ein Abendessen in einem Dachrestaurant mit Blick auf die Stadt sind ein schöner Abschluss, wenn man das noch nicht am Anfang getan hat.

Die Gesamtstrecke der Rundreise ohne Umwege beträgt etwa 1.139 km, die reine Fahrzeit rund 20 Stunden.

Praktische Reiseinformationen für Albanien

Klima und Reisewetter

Albanien hat ein mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Die Küstenregionen bieten von Mai bis Oktober ideale Bedingungen für einen Badeurlaub, mit Temperaturen zwischen 25 und 35 °C, daher ist Albanien vor allem für die Nebensaison ein attraktives und auch günstigeres Reiseziel. In den Bergregionen kann es im Winter schneien, wodurch sie sich auch für Wintersport eignen. Die beste Reisezeit für Wanderungen und Sightseeing sind Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Natur in voller Blüte oder in bunten Herbstfarben erstrahlt.

Da die Temperaturen im Hochsommer sehr heiß werden (um die 40° C ist keine Seltenheit), sollte man Stadtbesichtigungen, aber auch den Besuch historischer Stätten oder längere Wanderungen eher in der Nebensaison oder in Frühjahr und Herbst unternehmen.

Im Landesinnern und den Höhenlagen herrscht eher kontinentales Klima vor, so dass es auch im Sommer nach Sonnenuntergang sehr schnell kühl werden kann.

Anreise nach Albanien aus Deutschland

Die Anreise nach Albanien ist unkompliziert. Direktflüge gibt es von mehreren deutschen Städten nach Tirana, darunter Frankfurt, München und Berlin. Ein Visum ist für eine übliche Reisedauer unter 90 Tagen nicht nötig, ein gültiger Reisepass natürlich schon.

Mit dem Flugzeug: Es gibt zahlreiche Direktflüge von deutschen Städten wie Frankfurt, München und Berlin nach Tirana (TIA). Der Tirana International Airport „Nënë Tereza“ (TIA) liegt ca. 17 km nordwestlich der albanischen Landeshauptstadt. Die Flugzeit beträgt etwa zwei bis drei Stunden. Vom Flughafen aus stehen Taxis, Mietwagen und Shuttlebusse ins Stadtzentrum von Tirana zur Verfügung.

Mit dem Auto: Eine Anreise mit dem Auto führt über Österreich, Slowenien, Kroatien und Montenegro nach Albanien. Alternativ ist die Route über Italien und eine Fährüberfahrt von Bari oder Ancona nach Durrës eine bequeme Option. Mautgebühren werden nicht nur in Albanien, sondern auch den Transitländern fällig.

Mit der Bahn & Bus: Eine direkte Bahnverbindung nach Albanien gibt es nicht, aber eine Kombination aus Zug- und Busreisen über Italien, Montenegro oder Griechenland ist möglich. Von Podgorica (Montenegro) oder Thessaloniki (Griechenland) fahren regelmäßig Busse nach Tirana.

Mit der Fähre: Autofahrer, Motorrad- und Individualreisende können mit der Fähre von Bari oder Ancona nach Durrës oder Vlora reisen. Die Überfahrt dauert etwa acht bis zehn Stunden und bietet eine komfortable Möglichkeit, mit dem eigenen Fahrzeug nach Albanien zu gelangen.

Für eine flexible Rundreise wird die Anmietung eines Autos empfohlen, da der öffentliche Nahverkehr in abgelegenen Regionen eingeschränkt ist.

Länderspezifische Besonderheiten & Reisetipps für Albanien

  • Reisezeit: Die beste Reisezeit hängt davon ab, welche Aktivitäten im Vordergrund stehen. Die Sommermonate von Mai bis September sind perfekt für einen Badeurlaub, während Frühling und Herbst die besten Bedingungen für Wanderungen und Sightseeing bieten. Während der Hochsaison im Juli und August sind viele Ferienorte auch durch einheimische Touristen sehr überlaufen und die Preise für Unterkünfte und tägliche Annehmlichkeiten wie Strandliegen, aber auch Getränke und Eintrittspreise können sehr hoch sein. Es empfiehlt sich,falls möglich in die Nebensaison auszuweichen.
  • Kosten: Albanien ist immer noch ein günstiges Reiseland, auch wenn es in den letzten Jahren stark im Kommen ist. In der Hauptsaison werden in den Touristenzentren teils astronomische Summen für Strandliegen abgerufen, allgemein kann man aber in Albanien sehr günstig reisen und übernachten, wenn man Touristenfallen meidet und auf die Nebensaison ausweicht.
  • Währung: Die offizielle Währung ist der Albanische Lek (ALL), allerdings wird in vielen touristischen Regionen auch der Euro akzeptiert. Meistens ist es möglich, per Kreditkarte zu zahlen, Bargeld dabeizuhaben ist aber immer von Vorteil.
  • Sprache: In größeren Städten sind meist Schilder und Speisekarten auf Englisch vorhanden, zudem sprechen viele Menschen Englisch oder Italienisch, auf dem Land ist es jedoch hilfreich, ein paar albanische Grundbegriffe zu kennen. Deutschkenntnisse sind eher nicht zu erwarten.
  • Mietwagen: Ein Mietwagen ist die beste Möglichkeit, das Land flexibel zu erkunden, da der öffentliche Nahverkehr oft unzuverlässig ist (auch wenn eine Backpacking-Reise per Bus durchaus möglich ist, allerdings deutlich länger dauert!). Da diese in der Hauptsaison schnell ausgebucht sein können, lohnt sich eine frühe Buchung. Je nach geplanter Tour sollte man auf Allradantrieb setzen, denn gerade im ländlichen Albanien sind noch nicht alle Straßen befestigt. Die großen Autobahnen kosten teilweise Mautgebühr, sind aber oft die schnellste Möglichkeit, durchs Land zu kommen und sollten gerade auf längeren Streckenabschnitten nach Möglichkeit gewählt werden.
  • Internet: Albanien ist gut ans Internet angebunden und in allen größeren Restaurants, aber auch Unterkünften wie Ferienwohnungen kann man mit WLAN rechnen. Gelegentlich kann es allerdings zu vorübergehenden Verbindungsschwierigkeiten kommen. Wer zwingend dauerhaft online sein muss, sollte sich ein mobiles Datenpaket dazubuchen.
  • Sicherheit & Kriminalität: Die Kriminalität ist in Albanien generell niedrig, aber Taschendiebstähle können (wie in jedem anderen Land!) in touristischen Gebieten vorkommen, insbesondere auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es wird empfohlen, auf Wertsachen zu achten und sich an übliche Sicherheitsvorkehrungen zu halten. Ein weiteres Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit, die in manchen Regionen zu Armut führt. Dies zeigt sich vor allem in ländlichen Gebieten, wo es an wirtschaftlichen Perspektiven mangelt. Dennoch begegnen Reisende in der Regel einer offenen Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Einheimischen.
  • Müllentsorgung: Leider kann sich Albanien hier keinen Pokal verdienen. An vielen Attraktionen gibt es zwar Müllbehälter, doch werden diese nicht ausreichend oft geleert, und auch das Meer ist immer wieder von Verschmutzung betroffen. Das Umweltbewusstsein von Regierung und Bevölkerung nimmt aber in den letzten Jahren stetig zu, nicht zuletzt weil die Touristen an allzu verschmutzten Stränden und Sehenswürdigkeiten ausbleiben und verbesserte Umweltstandards Voraussetzung für eine Aufnahme in die EU sind.
  • Verpflegung & Kulinarik: Kulinarisch sollte man sich auf keinen Fall die traditionellen Spezialitäten entgehen lassen. Byrek, eine herzhafte Teigtasche, und Fërgesë, ein würziges Gericht aus Fleisch und Paprika, gehören zu den Klassikern. An der Küste gibt es zudem fangfrischen Fisch in exzellenter Qualität. Nicht in allen kleinen Orten gibt es Supermärkte, aber viele Unterkünfte bieten günstige Lunchpakete oder Snacks an.
  • Wasser: Das Leitungswasser in Albanien ist stark gechlort, also nicht für den Verzehr geeignet. Man sollte auf in Flaschen oder Kanister abgefülltes Wasser zurückgreifen. Für Wanderungen empfiehlt es sich, immer genügend Wasser dabeizuhaben, da das Hinterland sehr trocken und heiß werden kann und die touristische Infrastruktur noch nicht überall gut ausgebaut ist. Außerdem umgeht man so überteuerte Touristenfallen.

Badeparadiese in Albanien

Gjipe Beach, Strand bei Sonne, Albanien, Ionisches Meer
So leer ist der versteckt liegende Gjipe Beach im Sommer mittlerweile selten © Andrew Mayovskyy/ stock.adobe.com

Albanien besitzt einige der schönsten Strände Europas, die noch sogar in Teilen noch recht unentdeckt sind. Die Kombination aus feinem Sand, kristallklarem Wasser und unberührter Natur macht die Küstenregion zu einem beliebten Anlaufpunkt für Sonnenanbeter und Badefreunde. Es gilt für alle Strände: Die Nebensaison weiß zu begeistern! Gerade in den Touristenzentren Ksamil und Dhermi ist in der Hauptsaison salopp gesagt die Hölle los. Wer Juli und August meiden kann, wird mit ruhigeren Strände, günstigeren Preisen und angenehmerer Atmosphäre belohnt.

Ksamil: Der bekannteste Strand Albaniens ist Ksamil, oft als die „Karibik des Balkans“ bezeichnet. Hier erwarten Besucher weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und kleine vorgelagerte Inseln, allerdings auch eine Menge anderer Touristen und ziemlich viel Trubel. In der Hauptsaison kann Ksamil sehr überlaufen und Strandliegen sowie allgemeine Preise können deutlich überteuert sein. Es bietet sich an, die Nebensaison für einen Besuch zu wählen. Jüngere Leute finden hier jede Menge Unterhaltung, Familien sind an ruhigeren Stränden besser aufgehoben.

Gjipe Beach: Ein Juwel für Abenteurer ist der Gjipe Beach, versteckt zwischen hohen Klippen und nur über einen Fußweg oder per Boot erreichbar. Die abgeschiedene Lage sorgt für eine einigermaßen idyllische Atmosphäre, auch wenn sich die Schönheit des Strandes schnell herumspricht. Perfekt für Abenteuerlustige, die Natur und Ruhe genießen wollen.

Dhermi: Der Küstenort Dhermi bietet eine Kombination aus lebendigem Nachtleben und traumhaften Badebuchten. Hier kann der Tag entspannt am Strand verbracht werden, während am Abend die Beach Bars zum Feiern einladen.

Pulebardha Beach: Der nördlich von Ksamil gelegene Strand Pulebardha ist ruhiger als direkt in Ksamil und wartet mit ebenso türkisblauem Meer auf. Während der Hauptsaison ist er aber ebenfalls ziemlich überlaufen. Achtung, Steinstrand!

Mirror (Plazhi Pasqyra) Beach: In Saranda an der hügeligen Küste gelegen und über eine kurvige, unbefestigte Straße zu erreichen. Feiner Kies und blaues Meer, umgeben von Felsklippen ein schönes Plätzchen für ein Sonnen- und Meerbad.

Borsh: Für alle, die weitläufige Strände bevorzugen, ist Borsh die beste Wahl. Mit über sieben Kilometern Länge ist dieser Strand ideal für lange Spaziergänge am Meer oder ein ruhiges Sonnenbad in unberührter Natur. Trotz seiner Größe bleibt Borsh meist angenehm leer und bietet ausreichend Platz.

Jale Beach: Nicht zu vergessen ist Jale Beach mit klarem, tiefblauem Wasser und einer entspannten Atmosphäre. Hier treffen sich vor allem junge Reisende und Backpacker.

Da viele der Strände aus Kies oder kleinen Steinen bestehen, lohnt sich die Anschaffung von Badeschuhen, um Verletzungen vorzubeugen. Diese sind auch vor Ort erhältlich.

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